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Alkohol – Wie viel ist zu viel

Alkohol - der häufigste Anlass für eine MPU. Alkohol ist eine berauschende Substanz, die in zahlreichen Getränken enthalten ist. Trotz des hohen Suchtfaktors ist Alkohol als Genussmittel in der Gesellschaft weitestgehend akzeptiert...
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Alkohol – der häufigste anlass für eine MPU 

Alkohol ist eine berauschende Substanz, die in zahlreichen Getränken enthalten ist. Trotz des hohen Suchtfaktors ist Alkohol als Genussmittel in der Gesellschaft weitestgehend akzeptiert. Deshalb ist es in Deutschland auch legal für Erwachsene, Alkohol zu erwerben, zu besitzen und damit zu handeln. Alkoholkonsum findet dementsprechend fast überall im Alltag statt: ein Glas Wein zum Essen, das Feierabendbier mit Freunden, Sekt zu Feierlichkeiten. Nicht selten hört man auf Partys: „Ach komm, trink doch einen mit.“ Wer sich an dieser Stelle weigert, wird schnell als Spießer oder Spielverderber dargestellt.  

Zahlen und Daten

Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche über 15 Jahren ca. elf Liter reinen Alkohol. Deutschland ist dementsprechend ein Hochkonsumland. Insgesamt 3 Millionen Erwachsene haben eine alkoholbezogene Störung. Zudem gibt es täglich rund 200 Todesfälle durch zu hohen Alkoholkonsum. Das führt zu erheblichen sozialen, gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Problemen und kostet Deutschland im Jahr ca. 30 Milliarden Euro.  

Wie viel ist zu viel?

Kurzfristig kann Alkohol entspannend wirken und gute Laune verursachen. Wer jedoch regelmäßig trinkt, kann sich schnell in eine Abhängigkeit begeben. Gefährlich wird es auch, wenn du trinkst, um Stress, Ärger, Ängste oder Einsamkeit zu vergessen. 

Grundsätzlich bringt Alkoholkonsum gesundheitliche Schäden mit sich, da es ein Zellgift ist und die Organe des Körpers angreift. Je weniger du trinkst, desto besser ist es für deine Gesundheit.  

Es gibt eine Grenze, ab der man von einem „kritischen Alkoholkonsum” spricht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) liefert folgende Empfehlungen: 

  • An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte kein Alkohol konsumiert werden. 
  • Frauen sollten nicht mehr als 12 Gramm Alkohol pro Tag trinken. Dies entspricht über eine Woche verteilt bei zwei alkoholfreien Tagen 60 Gramm. 
  • Männer sollten nicht mehr als 24 Gramm Alkohol pro Tag trinken. Dies entspricht über eine Woche verteilt bei zwei alkoholfreien Tagen 120 Gramm. 

 

Und jetzt verraten wir dir noch, wie viel Gramm Alkohol in welchem Getränk sind. Denn dafür gibt es eine grobe Orientierung, die dir dabei helfen kann:

Das bedeutet: Frauen sollten täglich nicht mehr als ein Standardglas (0,3 l Bier ODER 0,125 l Wein ODER 0,1 l Sekt ODER 4 cl Schnaps) und Männer nicht mehr als zwei Standardgläser trinken. An zwei Tagen pro Woche solltest du wie bereits erwähnt ganz auf Alkohol verzichten. Die Übergänge von einem kritischen über einen missbräuchlichen Alkoholkonsum zu einer Abhängigkeit sind fließend. 

Mythen rund ums Ausnüchtern

Bei der Frage, wie man schneller nüchtern wird, gibt es viele Falschinformationen: Kaffee macht nicht schneller nüchtern, du fühlst dich nur wacher. Das gleiche trifft auf eine kalte Dusche zu. Es hilft auch nichts, den Alkohol durch Sauna oder Training auszuschwitzen, denn der Alkohol befindet sich in der Blutbahn. Es gibt nur ein wirksames Mittel, um nüchtern zu werden: die Zeit. Dabei gibt es keine pauschale Antwort darauf, wie lange es dauert, bis man nüchtern wird. Denn das hängt von verschiedenen Voraussetzungen wie Alkoholmenge, Alter, Gewicht und Geschlecht ab. Als grobe Faustregel kannst du dir merken: Weibliche Körper bauen pro Stunde ca. 0,1 Promille ab, männliche Körper zwischen 0,1 und 0,2 Promille. Der Körper baut den Alkohol also immer mit derselben Geschwindigkeit ab und es gibt keine Hausmittelchen oder Geheimrezepte, die das beschleunigen können. 

Alkohol am Steuer 

Ca. 13.000 Menschen wurden 2020 in Deutschland bei sogenannten Alkoholunfällen im Straßenverkehr verletzt. 156 Menschen starben. Das sind 5,7 Prozent aller tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer. Da sich bereits geringe Mengen Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit auswirken, gilt eine einfache Regel: Kein Alkohol im Straßenverkehr! Das gilt nicht nur für das Auto, sondern auch für Motorräder, E-Scooter oder das Fahrrad. 

Oft haben angetrunkene Personen das Gefühl, dass sie nach drei Bier oder zwei Gläsern Wein noch fahrtüchtig sind. Doch dieser Eindruck täuscht. Alkohol wirkt im Körper wie ein Betäubungsmittel. Je größer der Alkoholkonsum, desto spürbarer sind die körperlichen Auswirkungen. Alkohol beeinflusst Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen. Außerdem wirkt er sich auch auf Emotionen und Verhalten aus. Des Weiteren beeinflusst er grundlegende körperliche Systeme wie die Regelung der Körpertemperatur und die Atmung.  

Weil die körperlichen Reaktionen auf Alkohol recht schnell erfolgen, gibt es klare Grenzen für Alkoholkonsum im Straßenverkehr. Diese sind im Straßenverkehrsgesetz (StVG) und im Strafgesetzbuch (StGB) festgeschrieben. Wer wiederholt mit Alkohol im Straßenverkehr auffällig wird, muss sich einer MPU unterziehen. Dabei ist die Höhe der Promillezahl irrelevant. Wer bei seiner ersten Trunkenheitsfahrt 1,6 Promille oder mehr hatte, muss ebenfalls zur MPU. Um diese zu bestehen, ist in Fällen mit Alkoholdelikten eine Abstinenz notwendig. Hier informieren wir dich über die Alkoholabstinenz. 

Weitere Strafen bei Fahren unter Alkoholeinfluss richten sich danach, ob Anzeichen von Fahrunsicherheiten vorliegen oder ob es zu Unfällen gekommen ist. Strafen oder eine mögliche MPU sind jedoch nicht das einzige Problem bei Trunkenheitsfahrten: Die sogenannte Trunkenheitsklausel in den Allgemeinen Kfz-Versicherungs-Bedingungen (AKB) verpflichtet Fahrzeugführer, nur in nüchternem Zustand zu fahren. Bei Unfällen unter Alkoholeinfluss nimmt die Versicherung die Betroffenen wegen Schadenersatzaufwendungen in Regress.  

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