Kapellenhof 6A, 91207 Lauf an der Pegnitz

Wie viel muss ich dem Gutachter sagen?

Warum ist Kommunikationsbereitschaft in der MPU wichtig? Was, wenn ich was Falsches sage? Was will der Gutachter überhaupt von mir hören?
Gespräch zwischen zwei Personen

Ist meine Gesprächsbereitschaft für den Gutachter wichtig?

Eins verraten wir dir gleich vorweg: Deine Bereitschaft, dich im Gespräch dem Gutachter gegenüber zu öffnen, ist entscheidend. Wenn du eine positive MPU haben willst, dann musst du im Gutachtergespräch überzeugen. Wir zeigen dir hier, weshalb eine offene Gesprächsbereitschaft wichtig ist. Es gibt wenigstens drei Gründe. 

Gliederung:

  1. Hypothese 0
  2. Du bist in der Beweispflicht.
  3. Das will der Gutachter wissen
  4. Der Eisberg der Kommunikation

Hypothese 0 

Damit der Gutachter die Fragestellung der Führerscheinbehörde beantworten kann, muss er sogenannte Hypothesen untersuchen. Zu jedem MPU-Anlass gibt es unterschiedliche Hypothesen. Es gibt jedoch eine Grundhypothese, die bei jedem MPU-Anlass gilt: Hypothese 0. Diese verlangt, dass sich der Klient kooperativ und gesprächsbereit zeigt. Dazu gehört auch, dass der Klient die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde akzeptiert. Deshalb muss er sich offen für die Problem- und Verhaltensanalyse zeigen, damit der Gutachter alle Hintergrundinformationen einholen kann. Außerdem dürfen die Aussagen des Klienten nicht gegen wissenschaftliche Erkenntnisse oder die Aktenlage verstoßen. Wie du in den Kriterien siehst, ist Gesprächsbereitschaft eine Grundbedingung für ein mögliches Bestehen der MPU. 

Du bist in der Beweispflicht 

Sobald jemand seinen Führerschein bekommt, schenkt ihm der Staat auch Vertrauen. Er vertraut nämlich darauf, dass sich der Kfz-Fahrer an die Verkehrsregeln hält, um damit alle anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen. Wenn du zur MPU musst, dann zweifelt die Fahrerlaubnisbehörde daran, ob du dieses Vertrauen verdient hast. Deshalb ist es deine Aufgabe, dem Gutachter zu beweisen, dass du dieses Vertrauen verdient hast. Nur so kannst du deinen Führerschein zurückbekommen. Wie soll der Gutachter Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten bekommen, wenn du nicht offen und ausführlich mit ihm kommunizierst? Richtig, so gewinnt er kein Vertrauen. 

Das will der Gutachter wissen 

Der Gutachter möchte im Gespräch mit dir herausfinden, wie es zur Tat gekommen ist. Er will vor allem wissen, wie du dich entwickelt hast, wie es um deine aktuelle Verhaltensänderung steht und wie du dich zukünftig verhalten willst. Während er die Einzelheiten deiner Tat aus den Akten entnehmen kann, wird es bei den anderen Themen schwierig, denn da bist du die einzige Quelle. Der Gutachter möchte etwas über deine inneren Werte wissen, über deine Ansichten und Einstellungen. Denn das steht nicht in den Akten. Das kann er nur von dir erfahren. Deshalb ist es wichtig, dass du kommunikationsbereit bist. 

Eisbergmodell der Kommunikation 

Kommunikation ähnelt einem Eisberg: https://de.wikipedia.org/wiki/Eisbergmodell. Nur der obere Teil eines Eisbergs ist sichtbar. Der viel größere Teil liegt im Meer und ist von außen betrachtet nicht zu sehen. So ist es auch bei unserer Kommunikation. Wir kommunizieren auf zwei Ebenen. Die Sachebene (auch kognitive Ebene genannt) ist offensichtlich. Auf der Sachebene sprechen wir über Zahlen, Fakten und Informationen. Zur Sachebene gehört zum Beispiel der Anlass für dein Handeln und die Tat, die dich zur MPU gebracht hat. In den Akten kann der Gutachter beispielsweise nachlesen, dass ein Klient mit 2,1 Promille Alkohol am Steuer angehalten wurde. Es gibt noch eine zweite Ebene: die emotionale Ebene (auch unbewusste Ebene genannt). Diese ist wenig oder gar nicht sichtbar. Die emotionale Ebene beinhaltet verdeckte Interessen, ungeschriebene Gesetze, Gefühle, Werte, Erfahrungen, Bedürfnisse, Stimmungen, Ziele, Motive und vieles mehr.  Wenn der Gutachter also fragt, warum du beispielsweise nach fünf Bier und vier Schnaps noch Auto fährst, dann fragt er dich zu deinen Werten und deiner Einstellung. Denn dies steht nicht in deinen Akten. 

Für Klienten ist es oft schwierig, die untere Ebene des Eisbergs selbst zu verstehen. Hier hilft eine gute MPU-Vorbereitung. Mit unseren Coaches wirst du vor allem am unteren Teil des Eisbergs arbeiten. Denn in diesem (oft unbewussten) Teil steckt dein Potenzial für eine dauerhafte Verhaltensänderung. Nimm Kontakt zu uns auf und wir finden den passenden MPU-Berater für dich in deiner Umgebung: https://mputraining.de/mpu-vorbereitung-beratung-training-lauf-an-der-pegnitz/